Warum mich als Blogger Kooperationen mit Firmen zunehmend nerven

Warum mich Kooperationen zunehmend nerven.

Immer öfter ertappe ich mich in letzter Zeit bei einem innerlichen Augenverdrehen: nämlich wenn ich einen interessant klingenden Beitrag auf einem anderen Blog anklicke und der erste Satz dann lautet: „Dieser Artikel ist in Kooperation mit… entstanden.“

Schlagartig vergeht mir die Lust, den Beitrag zu lesen. Oder ich überfliege ihn nur und warte darauf, wo nach dem einleitenden Geplänkel denn wohl endlich das Produkt auftauchen und den Handlungsstrang an sich reißen wird.

Das Problem ist nicht die Kennzeichnung

Keine Frage, die Kennzeichnung gesponserter Inhalte ist verdammt wichtig. Es ist vorbildlich, wenn sie sich direkt zu Beginn eines Beitrags findet oder sogar in der Überschrift. Genau diese Transparenz über werbliche Inhalte soll ja hergestellt werden.
Im Zweifelsfall ist es dabei nicht nur rechtlich sicherer, sondern auch ehrlicher, wenn sich ein entsprechender Hinweis direkt am Anfang befindet und nicht verschämt irgendwo unter dem Artikel.

Der Hinweis auf Werbung an sich ist also nicht das Problem. Was ist es dann?

Wäre der Artikel ohne Werbung überhaupt entstanden?

In meinem Kopf taucht bei solchen Artikeln unwillkürlich eine Frage auf: „Wäre dieser Beitrag ohne eine Kooperation überhaupt entstanden?“

  • Hätte Bloggerin A ihre Terrasse gezeigt, wenn ihr nicht ein Kaffeehersteller neue Gartenmöbel spendiert hätte?
  • Würde Bloggerin B berichten, wie sie zum Muttertag Seife selbst hergestellt hat, wenn sie die Materialien nicht von einem Bastelmarkt gestellt bekommen hätte (und hätte sie sonst überhaupt etwas für ihre Mutter gebastelt)?
  • Und bei Blog C lese ich eh nur noch sporadisch mit, weil ich mittlerweile weiß, dass mindestens jeder zweite Beitrag um Affiliate-Links zu den immer gleichen Produkten auf Amazon kreist.

Natürlich wird der Beitrag an sich nicht schlechter dadurch, dass er gesponsert ist. Eine DIY-Anleitung bleibt eine DIY-Anleitung, egal ob sie nun Produktlinks enthält oder nicht. Und natürlich sind wir alle freie Menschen und nicht gezwungen, sie anzuklicken.

Und dennoch nervt es mich, dieses Geschmäckle, das Kooperationen bei mir mittlerweile hinterlassen.

Ich schreibe explizit „mittlerweile“, denn meine Wahrnehmung hat sich tatsächlich in den letzten Monaten verändert. Früher bin ich selber Kooperationen eingegangen, bei denen ich zum Beispiel eine Roomtour durch mein Arbeitszimmer drüben auf meinem anderen Blog vom Landleben genutzt habe, um einen Hersteller von Büroausstattung zu empfehlen. Heute würde ich das nicht mehr machen.

Das hat nichts mit den Unternehmen an sich oder den vermittelnden Agenturen zu tun – die Kooperationen, die sich in meinen Blogs finden, sind alle sehr angenehm, ehrlich und professionell abgelaufen. Schon immer habe ich sorgfältig darauf geachtet, dass die Produkte und auch Konditionen (Stichwort Kennzeichnung) passen, und daher auch viel abgelehnt.

Aber was sich verändert hat, ist meine Einstellung zu Werbung auf Blogs bzw. auf meinen Blogs.

Vorgegaukelte Authentizität?

Interessanterweise geht es mir bei expliziten Produkttests oder Rezensionen nicht so. Hier ist einfach ganz klar, dass sich der ganze Beitrag nur um dieses Produkt oder jenes Buch dreht. Da weiß ich von vornherein, was mich erwartet. Auch sparsam eingesetzte Affiliatelinks stören mich nicht, sofern sie nicht der Dreh- und Angelpunkt eines ganzen Artikels sind.

Vielleicht liegt es daran, dass diese anderen Beiträge gefühlt eine Authentizität vorgaukeln möchten, die oft nun mal keine ist. Bei einem TV-Spot weiß jeder, dass die Protagonisten Models sind und es einfach ihr Job ist, dieses Putzmittel oder jenes Möbelstück ganz begeistert anzupreisen. Aber bei Bloggern? Die sind doch echt! Schreiben unter ihrem eigenen Namen, lassen ihren eigenen Alltag einfließen.

Neulich habe ich beispielsweise mal wieder einen Beitrag angeklickt, in dem es um nachhaltige(re) Reinigungsmittel ging. Grundsätzlich interessiert mich das Thema, weil auch ich beim Saubermachen nicht mit der Chemiekeule ausholen möchte.
Der Artikel war soweit gut geschrieben, klar als Werbung gekennzeichnet. Nichtsdestotrotz wusste ich bei den Fotos nicht, ob ich lachen oder den Kopf schütteln sollte – da sah man die Bloggerin lächelnd beim Putzen diverser Ecken ihrer Wohnung, wobei sie das Etikett der jeweiligen Putzmittelflaschen immer gut sichtbar in die Kamera hielt.
Ich meine, klar – irgendwie illustrieren muss man so einen Beitrag. Und einfach nur die Flaschen abzufotografieren, ist herzlich langweilig. Und trotzdem kamen diese Bilder so gekünstelt authentisch daher, dass ich das alles nicht mehr ernst nehmen konnte.

Von Influencern und Vorbildern

„Authentisch“, das ist ja eh das Totschlag-Argument schlechthin, was Blogger so attraktiv macht für’s Marketing. Nicht nur, weil sie oft billiger zu haben sind als ein TV-Spot oder eine Printanzeige. Nein, weil sie die Zielgruppe effektiver beeinflussen können.

Und ja, „beeinflussen“ hat eine verdammt negative Konnotation. Es klingt nach Gehirnwäsche und Manipulation. Aber kaum übersetzt man’s ins Englische, wird es cool: Influencer heißt das dann ganz schick. Mich schüttelt es bei diesem Wort. Denn was eigentlich bedeuten könnte, ein Vorbild zu sein, ist in der Realität doch etwas ganz anderes: eine Dauerwerbesendung.

Ist es das, wofür wir Blogger unsere Reichweite nutzen wollen? Um Produkte anzupreisen?!

Konsum, Konsum, Konsum.

Ich kann gar nicht mal genau sagen, warum mich viele Kooperationen aktuell so nerven. Vielleicht, weil sich meine Wahrnehmung in den letzten ein, zwei Jahren verändert hat. Ich war zwar noch nie sonderlich shopping-affin, aber seit ich mich mehr mit Nachhaltigkeit auseinandersetze, bin ich noch deutlich sensibler dafür geworden, wie viel sich im Alltag um den schnöden Konsum dreht. Werbeanzeigen hier, Wunschlisten und Einkaufszettel da. Kaufen und verkaufen bis zum Abwinken. Ist das wirklich alles…?!

Vielleicht liegt es aber auch daran, dass derzeit gefühlt immer mehr Blogs auf die Kooperationsschiene aufspringen… oder dass zumindest viele der Blogs, die ich so abonniert habe, in letzter Zeit immer häufiger gesponserte Beiträge veröffentlichen. Die Menge macht ja bekanntlich das Gift.

Teilweise ploppen dann sogar binnen weniger Tage auf unterschiedlichen Blogs ganz ähnliche Artikel auf… etwa wo dann ganz zufällig alle gleichzeitig berichten, wie gerne sie doch picknicken gehen und dass sie dabei immer eine ganz bestimmte Käsesorte einpacken. Hach… 🫠

Was heißt das für mich und meine Blogs?

Wie gesagt, in der Vergangenheit habe ich immer mal wieder selber solche gesponserten Artikel verfasst. Habe mir DIY-Ideen einfallen lassen, um ein bestimmtes Material von einem bestimmten Shop zu verwenden, oder habe zwei Fliegen mit einer Klappe erschlagen, indem ich eine ohnehin geplante Deko für unsere Wände über eine Kooperation organisiert habe.

In den letzten Monaten habe ich davon bereits Abstand genommen und so gut wie alle Kooperationsanfragen dankend abgelehnt. Weil es sich nicht mehr stimmig angefühlt hat, auch wenn ich noch gar nicht so genau sagen konnte, was mich daran so zunehmend wurmt. Und dabei meine ich jetzt nicht die ganzen unseriösen Mails à la Casino-Werbung oder nicht gekennzeichneter Werbelinks, die man als Blogger halt so bekommt, sondern durchaus theoretisch passende Anfragen.

Schon ein paar Mal hatte ich darüber nachgedacht, mein MediaKit zu entfernen und nicht mehr explizit darauf hinzuweisen, dass ich grundsätzlich an einer Zusammenarbeit mit Firmen interessiert bin. Letztlich hat es dann aber noch einige Wochen gedauert und ich habe eine Weile mit mir gehadert, ob ich diesen Schritt wirklich gehen will.

Denn so doof es klingt – da war diese Stimme im Hinterkopf, die sagt: verbau dir doch nicht diese Möglichkeit, Geld zu verdienen! Das Bloggen ist für mich ganz klar nur ein Hobby – etwas, das ich neben meinem Vollzeitjob mache und auf dessen Einnahmen ich nicht angewiesen bin. Dennoch hat eine dreistellige Summe für einen Beitrag schon ihren Reiz, da bin ich ganz ehrlich.

Adieu, MediaKit.

Dieser Tage habe ich die entsprechenden Verweise auf mein MediaKit nun endlich gelöscht. Und ja, es fühlt sich gut an. 🙂

Ich habe damit gewissermaßen das Preisschild von meiner Stirn, meinem Blog entfernt. So ein MediaKit ist halt wie eine Ladentür – come in, we’re open. Was bedeutet, dass ich mich mit all den Anfragen auseinandersetzen muss, die da so reinkommen… was ist das für ein Produkt, was für ein Unternehmen, könnte das inhaltlich passen, in welche Richtung könnte der Beitrag gehen, passen die Bedingungen, wie viel Zeit brauche ich für die Vorbereitungen (bspw. bei DIY-Ideen), wann bringe ich das terminlich unter, und und und…

Vor allem stand ich bei vielen Kooperationsanfragen immer wieder vor dem Dilemma, dass sie vielleicht passen würden… aber halt als genau diese Art von Artikel, die ich ohne eine entsprechende Anfrage eigentlich niemals schreiben würde. Über Einbruchsschutz beispielsweise – passt theoretisch, da ich drüben auf vom Landleben viel über unseren Hausbau und alle möglichen „Features“ rund ums Haus berichtet habe. Trotzdem ist Einbruchsschutz nichts, was ich eigentlich im Blog thematisieren würde: schließlich muss ich nicht ins Internet schreiben, was ich wie gesichert habe (und im Umkehrschluss: was vielleicht auch nicht so gesichert ist bzw. wo sich mögliche Schwachstellen befinden).
Da habe ich eine ganze Weile gehadert, ob ich mich da nun anstelle oder schlicht dämlich bin, wenn ich die Anfrage nicht annehme und auf das Geld verzichte. Letztlich habe ich sie abgelehnt… und bei der nächsten Anfrage ging der Konflikt von vorne los.
Mit diesem Zwiespalt habe ich mich auf Dauer immer unwohler gefühlt.

Das alles bedeutet Aufwand und Stress, den ich mir einfach nicht mehr machen will. Ja, ich könnte mit meinen Blogs mehr verdienen. Ja, das ist eine tolle Möglichkeit und Chance, für viele Blogger das Ziel schlechthin. Aber will ich das? Nö. Man muss nicht alles nehmen, was man kriegen kann.

Was es weiterhin geben wird, sind Buchrezensionen sowie dann und wann Affiliate-Links – nämlich immer dann, wenn ich ein bestimmtes Produkt ohnehin schon besitze, es gerne weiterempfehle und mich als Leser an dem Punkt fragen würde, wo ich das herbekomme bzw. welche Version / Variante / whatsoever das nun genau ist.

Was es allerdings nicht mehr geben wird: Artikel, die ich einzig und allein deswegen schreibe, um darin vor dem Hintergrund einer Kooperation irgendein Produkt thematisch eingebettet zu verlinken. Das gab es hier zwar auch bislang nur dann und wann, aber das Thema habe ich für mich endgültig abgehakt.

Ist das letztlich inkonsequent? Wenn mich doch die ganze Werbung und der Konsum so nerven und ich trotzdem weiterhin Affiliate-Links setze? – Kann man so sehen. Allerdings denke ich wie so oft, dass es mehr gibt als nur Schwarz und Weiß.

Die bereits veröffentlichten Kooperationsbeiträge werden übrigens unverändert weiterhin bestehen bleiben, Abmachung ist schließlich Abmachung.

Update vom Februar 2024: es ist jetzt rund sechs Jahre her, dass ich diesen Artikel geschrieben habe. Sechs Jahre, in denen ich nach einer längeren Auszeit irgendwann tatsächlich wieder sorgfältig ausgewählte Kooperationen eingegangen bin – und die sich einfach stimmig anfühlen.
Ich denke, es war für mich wichtig, erst einmal einen gewissen Abstand zu dem ganzen Thema zu gewinnen und mich genau zu fragen, in welcher Form ich mit Firmen zusammenarbeiten möchte und in welcher nicht. Dabei hat sich für mich herauskristallisiert, dass die Produktvorstellung an sich für mich gar nicht das Problem ist, sondern tatsächlich diese „aufgesetzte Authentizität“ drumherum. Ich bin noch kritischer geworden, für welche Produkte ich mich auf eine Kooperation einlasse – und zwar nur für solche, die ich mir tatsächlich auch selber kaufen würde.


Wie stehst du zum Thema Kooperationen auf Blogs? Und hat sich deine Einstellung im Laufe der Zeit vielleicht auch verändert?

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51 Kommentare
11. Mai 2018 4:59

Ganz ganz ehrlich ? Ich lese bewusst solche Artikel dann gar nicht oder wenn ein Blog mehr oder minder nur noch Beiträge hat,die aus Kooperationen entstanden sind,lösch ich ihn.
Ich meine klar,ist kleines oder auch größeres fix verdientes Geld (je nach Blog“wichtigkeit“) Jeder so wie er möchte und wie er will.
Aber ich sag mal so,wenn ich irgendwas tolles finde,wo ich denke,das könntest mal posten,dann mach ich das zwischendrin einfach so.
Buchempfelungen bzw. auch Produkte/Dinge verlinken wo man sie bekommt,find ich völlig ok.

Gut,ich mach auch Werbung auf meinem Blog … ein kleiner winziger kommerzieller Link. Und zwar zu meinem Shirtshop ^^ Und´s gibt (meist) nen Post wenn ein neues Motiv verfügbar ist. Das sei denke ich fast erlaubt. Werd nicht bezahlt dafür sondern ist nur ne kleine Eigenwerbung *g*

Stand da aber glaub ich auch schon immer so zu .. zumindest soweit ich mich erinner. Find Werbung (egal in welcher Form) mit der Zeit einfach nur nervig. Wenn man dann Blogs hat,die nur noch gesponserte Artikel posten …
Mein Eindruck ist,das es eben zu dem „höher,schneller,weiter“ „guckt mal was ich habe“ irgendwie schon gehört. Genauso wenig kann ich dieses ganze Influencer-Phänomen nachvollziehen. Vielleicht bin ich auch einfach zu alt dafür ?! Bin ja nun generell überhaupt kein Socialmedia-Butterfly 😛

Mich verführen solche Artikel auch nicht zum shoppen. Bin bekanntlich super shoppingfaul,absolut mädchenuntypisch was das angeht und daher ziemlich immun. Ganz ganz selten das mich irgendwas so anspringt,wenn ich irgendwo im Netz was sehe wo dann der Gedanke kommt „uuuhhhh wo bekommt man das ?!“
Klar und der Vater des Posting-Gedanke ist für mich dann ebenso fraglich. So ganz kann ich dann immer nicht glauben,wenn drunter steht das die Tatsache das die Artikel gesponsert sind,keinen Einfluss auf die dann geäusserte Meinung haben. Ich hab nämlich -soweit ich mich erinner- nämlich ganz ganz gaaaaanz selten etwas negatives in solchen Posts oder eher neutrales/nicht so begeistertes gelesen.

12. Mai 2018 5:47
Antwort auf  Anne Schwarz

Das kann ich auch unterschreiben mit dem selber gemachtem.Das springt mich wesentlich schneller an mit dem ein oder anderen „aaaauuuch“ 😀

Beruhigt mich gerad *lach* komm mir manchmal schon nen bisschen „seltsam“ vor mit dem Kram nichts anfangen zu können … hatte gestern erst eine kleine Unterhaltung mit meiner 83jährigen Schwiegeroma drüber,die ganz meiner Meinung war Oo 😛

Christiane
11. Mai 2018 8:02

Schwieriges Thema.

Aus Blogleser-Sicht sind Kooperationen nervig. Vor allem wegen der Frage: „Hätte der Blogger darüber geschrieben, wenn er kein Geld dafür bekommen hätte?“ Ich kann dadurch auch keinen Bezug zu dem Blogger herstellen. In meinem Feed-Reader sind immer noch die Blogs von vor 15 Jahren, kaum bis gar kein Neuer hinzugekommen, da mich diese modernen Litfaßsäulen nicht ansprechen. Mag daran liegen, dass ich immer noch Generation „Ein Blog ist ein Tagebuch oder Meinungsmacher“ bin.

Etwas gekauft, weil Influencer A oder B darüber berichteten, habe ich noch nie.

Während meines Betriebswirts musste ich mich auch mit dem Thema rumschlagen, ob diese Kooperationen für Unternehmen aus Hotellerie und Gastronomie taugen. Ich denke, teilweise schon. Aber sie sind mit hohen Kosten verbunden, denen man Umsatzsteigerung usw. nicht eindeutig zuweisen kann, von daher, hätte/würde ich es ablehnen.

Julia
11. Mai 2018 10:49

Ja, ich glaub, ich weiß, was du meinst. Ich finde Blogbeiträge mit Werbung/Kooperationen nicht grundsätzlich schlecht, manche sind sogar ganz gut gemacht. Manchmal verstehe ich aber den Zusammenhang zwischen Beitrag und Marke nicht, so schrieb neulich jemand was zum Thema Muttertag und war von einem Keks-Hersteller gesponsert. Hä?
Wenn ich sehe, dass ein Blog seit längerer Zeit mal wieder etwas schreibt und dann ist es eine Kooperation und ich blättere zurück im Blog und die letzten Beiträge waren auch nur oder größtenteils Kooperationen, dann entfolge ich den Blog meistens. Ich will doch nicht nur Dinge verkauft bekommen!
Wenn bei Bastelanleitungen Materialien zu einem Shop mit Affiliate-Links versehen sind, finde ich das jedoch hilfreich. Dann weiß ich, wo ich etwas bekommen kann, gerade weil manche Dinge etwas spezieller sind. Wenn es eine gute Anleitung ist, die ich nachmachen will, würde ich die Links auch nutzen, um den Blogger zu unterstützen.
Was ich auch sympathisch finde, sind Blogs, die gar keine Werbung machen und statt dessen ein Patreon oder einen Ko-Fi Button oder so haben. Wenn es ein Blog ist, den ich regelmäßig gern lesen, unterstütze ich den auch ab und zu.
Mein eigener Blog ist noch eher klein, daher habe ich bisher nur eine Kooperation mitgemacht. Ich muss jetzt auch nicht mehr machen, es sei denn das Produkt würde wirklich gut passen. Ich schreib lieber wann und wie ich will 🙂

Viele Grüße,
Julia

Julia
12. Mai 2018 12:19
Antwort auf  Anne Schwarz

Der Button mit „Buy me a Coffee“ ist nicht von Flattr, sondern von Ko-Fi. Ich persönlich finde das sympathischer als übermäßigen Einsatz von Werbung. Und man muss ja auch keinen Kaffee ausgeben, wenn man nicht will. Aber ich habe das auch schon von anderen gehört, dass es als Schnorren empfunden wird.
Bei dem PayPal „Spenden“ Button, denke ich auch nicht, dass es sich um eine „Spende“ handelt, ich denke, man müsste das Geld, was man da bekommt, regulär versteuern.
Ja, Patreon ist auch etwas, womit die Leser den Blog unterstützen können. Es scheint in Deutschland echt noch nicht so bekannt zu sein, ich habe da mal einen Artikel drüber geschrieben: [Update: leider ist die Seite mittlerweile offline]

Glitzerkonfetti
11. Mai 2018 14:50

Ich finde deine Entscheidung super! 🙂
Natürlich verstehe ich auch Blogger, die hauptberuflich mit ihrem Blog Geld verdienen und dann auf Werbung angewiesen sind. Solange die das dann auch kennzeichnen finde ich es okay, auch wenn ich zugeben muss, dass ich kaum einem Blogger folge, der Geld mit dem Blog verdient. Bei Instagram handhabe ich es ähnlich, da folge ich mit meinem privaten Profil lieber kleinen Profilen (unter 1.000 Follower), wo ich weiß, dass diese keine bezahlte Werbung anhand von Fotos oder Instastorys machen.

Wundere dich nicht wo mein Blog hin ist 😀 Der ist aufgrund der neuen Datenschutzbestimmungen offline und wird es wohl auch bleiben, da ich mich zu wenig mit den neuen Gesetzen auskenne und ich nicht weiß, wie man diese Checkbox in der Kommentarspalte bei Blogger.de umsetzen soll.

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende ♥

11. Mai 2018 14:52

Ich habe schon sehr viele Kooperationsanfragen abgelehnt, da ich mir absolut nicht vorstellen konnte, wie ich sie in Einklang mit meinem Blog kriegen könnte, ohne mich total zu verbiegen. Wenn aber etwas thematisch in die Fotografie und Kreativität im weitesten Sinne passt und ich vor meinem geistigen Auge auch schon schöne Fotos zu dem Thema sehe, dann sage ich gerne zu. Bei vielen Blogs, die ich regelmäßig lese, sind mir die ganzen Werbebeiträge auch in letzter Zeit zu viel geworden.

Es gibt aber Blogs, wo ich die Werbung auch gerne in Kauf nehme, weil ich weiß, dass da sonst in der Regel ordentlicher Inhalt, äh Content, drinsteckt oder weil ich den Schreibstil oder Fotostil des Bloggers einfach mag, auch wenn er/sie mir glaubhaft machen will, dass der Käse echt das NonPlusUltra ist. 😉 Ich denke dann einfach, dass der Blogger sein Geld damit verdient oder zumindest teilweise und damit hat es sich für mich. Wenn sich dann herausstellt, dass fast nur noch Werbebeiträge kommen, dann bin ich als Leserin einfach weg…

Evy
11. Mai 2018 19:34

Ein toller Artikel – vor allem, weil er beim Thema bleibt und weniger gegen die Leute schießt, die Kooperationen eingehen.

Mit dem ersten Absatz kann ich mich gut identifizieren – besonders bei amerikanischen Bloggern/Youtubern, die Beiträge nur in der Infobox oder fast am Ende des Videos kennzeichnen, ärgert mich das.

Es ist schwierig herauszufinden, ob eine Kooperation für den Blogger eine kreative Herausforderung ist, oder er sich das sponsern lässt, was er ohnehin nutzt z.B. Bastelmaterial für einen DIY-Blog. Oder ob er das nur wegen des Geldes macht. Bei manchen Bloggern wünsche ich mir auch, dass sie das Produkt bzw. das Unternehmen hinterfragen …

Andererseits: Man unterliegt immer Einflüssen, egal, ob Geld und Sachwerte fließen oder man einen schlechten Tag hat. Besonders bei Rezensionen grüble ich immer ob ich garantieren könnte, dass die Tatsache, dass ich das Buch kostenlos bekommen habe, keinen Einfluss auf meine Meinung hat. Komplett authentisch zu sein, das geht nicht. Umso wichtiger finde ich es, Kooperationen klar zu kennzeichnen – damit ich entscheiden kann, wie sehr ich dem Blogger in diesem Moment vertraue.

Ich finde es gut, dass du das Mediakit entfernt hast. Vielleicht machen das andere auch 🙂 Für mich eine der deutlichsten Gegenströmung zum stetig populären Influencer-Marketing.

11. Mai 2018 23:43

Daumen hoch, liebe Anne!

Eine wirklich gute Entscheidung. Mich nerven die Blogs die nur noch für Koorperationen bestehen einfach nur an. Meist beginne ich einen „normalen“ Blog zu lesen, der mir gefällt und irgendwann springt dieser auf die Influencer -Schiene auf, dann vergeht mir die Lust an dem Blog und ich entfolge ihm.

Ich lese viel, viel lieber Blogs die durch und durch vom Herzen kommen. Wo Lust und Leidenschaft spürbar ist, gerne auf Leserkommentare reagiert wird und wo mir der Mensch sympathisch erscheint. Blogger die gewinnorientiert arbeiten, können nicht vermeiden, dass es früher oder später sich in ihren Artikeln widerspiegelt. Dann ändert sich die Stimmung und die Leselust. Ein K.O. für den Blog, zumindest aus meiner Sicht.
Aber jedem Seines, oder so… ne? 😉

Ich freue mich jedenfalls gerade riesig, dass deine Wahl zur authentischen Internetpräsenz gefallen ist.

Ein schönes Wochenende wünsche ich dir,
nossy

Tabea
12. Mai 2018 10:33

Mich persönlich nervt es an und zu auch, wie oft Beiträge nur wegen Kooperationen geschrieben werden… Aber: Ich hab das ja letztens auch getan. Affilate-Links dagegen stören mich gar nicht… Und die, die ich selbst auf meinem Blog habe, bringen mit eh keinen Cent ein 😉

Der fade Beigeschmack hat bei mir allerdings auch schon dafür gesorgt, dass einige Blogs die Leseliste verlassen haben… Eben weil plötzlich alle GENAU DEN EINEN Käse zum Picknick mitgenommen haben. Mit sowas kann ich mich dann auch irgendwann nicht mehr identifizieren, weil ich selten Markenprodukte gezielt kaufe.

Ich finde es also super, dass du für deinen Blog einen Mittelweg gefunden hast – aber bei dir ist mir die Werbung auch nie negativ aufgefallen. 🙂

Liebe Grüße

12. Mai 2018 10:58

Hey,

unten im Footer ist noch der Link zu deinem MediaKit drin.

Ich habe auch mal darüber nachgedacht, was es bedeuten würde, Kooperationen anzunehmen und mich dann dagegen entschieden. Die Angebote lese ich mir schon durch, auch um mal zu schauen, ob ich bei anderen Bloggern dann entsprechende Beiträge finde. So ein Eventveranstalter, wo man verschiedenes Gedöns machen kann, hat mal angefragt… ich hab abgelehnt aber plötzlich sind ganz viele Bloger Gleitschirmfliegen gewesen, waren Ponyreiten, Porsche fahren o.ä… alles ohne Kennzeichnung.

Ich möchte mit meinem Blog positives verbinden: Kreativität, Schreiben, Fotos, Filme… aber nicht „Arbeit“ und „müssen“. Und ich denke, das wäre es, wenn ich Kooperationen eingehen würde. Rezensionen schreibe ich auch, aber ich bezahle alles selbst.

Fühlt sich für mich so einfach richtig an und es macht mir immer Spaß, ein paar Jahre zurück zu klicken und zu denken „ach ja, das war ja auch noch“ oder „den Film könnte ich mal wieder schauen“. Da möchte ich nicht zwischendrin denken „ah ja, da hast du ja mal Werbung für XY gemacht“…

Lieben Gruß

Marie
12. Mai 2018 13:31

Hey,

ich verstehe dich sehr gut.

Gerade heute habe ich wieder einen Beitrag angeklickt, in dem ein Dessert-Rezept zu erwarten war. Auf einmal, mitten drin, Bilder von einem Babysitz für den Esstisch. Ganz am Ende dann, ganz klein, ein Hinweis, dass man das Ding zur Verfügung gestellt bekommen hat. Aber was um alles in der Welt hat das mit dem Dessert zu tun? Wo ist der sinnvolle Zusammenhang? Dass das Baby das nicht babygeeignete Dessert nun auch mit am Tisch essen kann? Echt jetzt?

Ich kenne exakt 2 Blogs bei denen ich die Art wie mit Kooperationen umgegangen wird sehr mag, weil wirklich jeder Beitrag noch sehr persönlich und liebevoll und absolut ungekünstelt und unangespannt ist. Wenn ich darf, würde ich gern auch auf die beiden hinweisen, denn ich finde, sie sind wirklich eine Seltenheit und Wohltat in der Masse an grausamen Koop-Blogs.

Das eine ist FeeistmeinName und der andere Nicestthings.

Alle anderen Blogs, bei denen mir die Koops unangenehm aufstoßen, werden radikal aussortiert. Mir ist meine Zeit zu schade, um mich zu ärgern, weil ich Stuss lese. Was mich immer ganz besonders nervt sind diese Massen-Koops. Auf einmal sind 5 Blogger in meiner Blogroll in ein und dem selben Hotel? Haben die zufällig die selben Stifte? Nutzen alle auf einmal Creme XY? Wärs aus Unternehmensicht nicht viel sinnvoller eine Art Redaktionsplan zu haben? Im Winter laden wir Blogger A ein, im Frühjahr Blogger B, im Sommer Blogger C, im Winter Blogger D – dann wird das Hotel, seine Angebote und die Umgebung ganzjährlich in unterschiedlichen Faszetten dargestellt. Funktioniert mMn mit jedem anderen Produkt auch. Und dieser gezielte Einsatz von Multiplikatoren erscheint mir auch sinnvoller als Schießen mit der Schrotflinte.

Ich frage mich ob „wir“ Genervten so derart in der Minderheit sind, dass es sich für Unternehmen imagemäßig überhaupt lohnt. Denn ich persönlich nehme nicht nur Abstand von entsprechenden Bloggern, sondern die Unternehmen bekommen für mich dann automatisch einen faden Beigeschmack.

Nunja, auch diese Phase wird vorbei gehen, muss man nur noch ein bisschen warten 🙂

Liebe Grüße

12. Mai 2018 15:32

Ich finde auch, da muss man authentisch bleiben. Ich habe e versucht, aber wie du sagst, hätte ich die Artikel geschrieben ohne Kooperation? Einen vielleicht, die anderen aber nicht. Und daher ist auch Anfang April der MediaKit von Blog geflogen. Aktuell wäre es für mich auch viel zu viel Bürokratiekram, da ich jede Einnahme beim Amt melden müssen. ne danke. Dann blogge ich lieber wie es mir passt 😀

Ich finde, es muss einfach zum gesammtbild des Blogs passen. Wenn du hier auf einmal von Pferdeleckerlies schreiben würdest, wäre das so unautentisch, aber Katzen- oder Hundeleckerlie eben nicht. Da du schon öfter von deinen Vierbeinern berichtetes. Das find ich völlig ok.

12. Mai 2018 18:28

Hallo liebe Anne,
jetzt komme ich endlich mal dazu den Beitrag auch zu kommentieren. Auch wenn ich gar nicht weiß, was ich noch anderes sagen soll, als all meine Vorreiter, denen ich eigentlich überwiegend nur beipflichten kann.

Ein wirklich toller Beitrag und auch eine tolle Entscheidung. Wobei ich sagen muss, dass mir die Kooperationsbeiträge bei dir nie so recht negativ aufgefallen wären.

Liebe Grüße
Barbara

Querknopf
12. Mai 2018 19:36

Hallo Anne,

was genau für Dich den Ausschlag gegeben hat, dass Dich „Kooperationen“ mittlerweile so nerven, wirst Du vielleicht nicht einmal selbst herausfinden. Sowas ist ja immer ein Prozess – von der Zeit, wo alles noch normal und selbstverständlich für Jemanden war und dann nach und nach zu etwas wird, was Einen erst stört, dann nervt und am Ende nur noch lästig ist. Irgendwie wie in einer schlechten Beziehung. Da ist es ja auch irgendwann besser einen Schlussstrich zu ziehen, anstatt immer wieder sauer aufzustossen.
Mich interessieren „Influencer“ und „Kooperationen“ wie sie im Bloggerslang gemeint sind, sowieso nicht. Ich habe schon bevor ich selbst Blogtäter wurde, gern in Blogs gelesen, die einfach nur vom Alltag und dem Zwischenmenschlichen berichten und mir irgendwie das Gefühl gaben/geben, mich darin selbst wiederzufinden oder zumindest sagen zu können „ja, stimmt, kenne ich auch“.
Als ich dann selbst anfing zu bloggen, las ich von „Kooperationen“ und verstand das völlig falsch – soviel weiß ich nun. Auf meinem Blog findet der Leser auch Kooperationen, allerdings sind das meine „falsch verstandenen“ Kooperationen aus dem echten Leben. Da mache ich keine Werbung für fremde Produkte oder Unternehmen, sondern berichte von meiner Zusammenarbeit mit öffentlichen Kindereinrichtungen und meiner ehrenamtlichen Tätigkeit. Das sind für mich Kooperationen, weil wir eben Hand in Hand arbeiten. Was ich so auf manchen Blogs an „Kooperationen“ finde, ist für mich nur öffentlich kenntlich gemachte Schleichwerbung. Jedenfalls nannte man das früher so.
Um zu Dir und Deinem Blog zurück zu kommen: Ich kann mich meiner Vorschreiberin nur anschließen. Auf Deinem Blog sind mir solche Beiträge noch gar nicht aufgefallen. Du hast es also bisher besonders gut schleichend versteckt 😉 Ich finde Deine Artikel immer sehr authentisch.
Liebe Grüße Kathrin

13. Mai 2018 11:22

Hallo Anne,
es wird Dich sicher nicht überraschen, auch ich finde Deine Entscheidung gut! Ich will jetzt nicht noch mal all die bereits genannten Argumente in meinen eigenen Worten aufzählen, nur etwas ergänzen.
Es gibt ja große Unterschiede bei Blogs, die Geld bringen sollen: am einen Ende einige wenige, aber gut ausgesuchte und passende Affiliatelinks, am anderen gibt es überhaupt keinen eigenen Inhalt mehr, sondern nur noch kaum kaschierte Werbung. Und gerade bei Letzteren frage ich mich: wer liest all diese „Test-“ und „Produktblogs“ – so langweilig kann einem doch gar nicht sein? Aber vielleicht bin ich auch einfach zu alt für sowas? Wenn ich mal etwas anschaffen will, was mehr als ne Markfuffzich kostet, dann schau ich bei Stiftung Warentest, Ökotest und/oder Fachzeitschriften (bzw. deren Onlinepräsenzen) rein – und gucke da sehr kritisch nach, ob womöglich redaktioneller mit werbendem Inhalt vermischt ist. Woher die Kompetenz von manchmal gerade dem Teenie-Alter Entwachsenen kommen soll, erschließt sich mir einfach nicht und auch ältere Blogger haben kein Testlabor im Keller stehen. Mit sowas kann ich einfach nichts anfangen, aber muss ich ja auch nicht.
Wo ich nicht so leicht davonkomme, sind Kooperationsanfragen „aus der Hölle“, dabei hatte ich noch nie ein Mediakit und – wohl zu gut versteckt auf dem Blog – einen Hinweis, dass ich ohne kommerzielle Interessen blogge. Das könnte man sicher deutlicher formulieren und auch sichtbarer platzieren, aber ich bezweifel, dass das nutzt. Das sind vielleicht zwar nur ein paar Minuten im Monat, die mich das Löschen (oder Archivieren für ein mögliches Posting über die beknacktesten Anfragen) kostet, aber es sind meine Minuten, die mir unaufgefordert gemopst werden.
Die paar Euro, die mich das Bloggen im Jahr kostet, habe ich noch übrig, von daher wird es bei mir auch künftig keine Werbung geben. Andere Hobbys kosten ja oft deutlich mehr. Und meine absolute Unabhängigkeit ist mir das eh wert.
Gerade weil die Übergänge fließend sind zwischen „akzeptabler“ Werbung und dem, was zuviel wird und was ein Blog unseriös macht, finde ich es gut, wenn es weiterhin auch Blogs ohne jede Werbung gibt.
LG Linni

15. Mai 2018 11:25

oh was für ein brandaktuelles thema. ich verstehe so gut, wie es dir geht und sehr oft empfinde ich das genau gleich. gesponserte beiträge wirken einfach wahnsinnig oft total erzwungen und krampfig und machen keinen spaß gelesen zu werden. man kann richtig spüren, wie die jeweilige person versucht, eine brücke zu schlagen zwischen dem blog und dem produkt. ich bin grad in der situation, wo ich drüber nachdenke, einen backlink zu verkaufen. es ist super einfaches taschengeld und daher verlockend, grade weiß ich nur nicht, ob ich den eben in einen beitrag so einbauen kann, dass er eben nicht nervt. es ist aber auch schon passiert, dass durch kooperationen beiträge entstanden sind, die mich angeregt haben und die ich sehr mochte und die sonst nicht entstanden wären. es kommt halt immer drauf an ob und wie es passt.
generell stören mich backlinks oder affiliate links überhaupt nicht, wenn man sich mühe gibt, diese passend zu verarbeiten. bei konkreten produkten ist das schon was anderes, da ich keine lust habe, im privaten wirklich werbung zu lesen.

letztlich muss auch jeder seinen eigenen weg damit finden. ich denke, es gibt auch genug blogs, die sich mit nem haufen kleiner kooperationen letztlich ihre community kaputt gemacht haben und dafür somit auch „abgestraft“ wurden. leider funktioniert es für einen großen teil enorm gut und das bewusstsein, dass da grade beinhart werbung gemacht wird, ist wohl auch nicht sehr stark verankert. auf dem gebiet wird sich sicherlich noch viel tun in zukunft.

22. Mai 2018 7:56
Antwort auf  Anne Schwarz

dass diese blase irgendwann platzt bin ich auch ziemlich sicher – ehrlich gesagt hoffe ich es fast. das internet ist halt einfach noch ein neues medium, das erst vor ein paar jahren so WIRKLICH in der gesellschaft angekommen ist (was wohl mit der nutzung der smartphones zusammenhängt, würde ich mal interpretieren) und die menschen werden sich ihren umgang damit letztlich selbst basteln.

19. Mai 2018 14:12

ich weiß gar nicht, wann ich zuletzt eine Kooperation hatte. Manchmal, aber echt ganz selten, bekomme ich Anfragen. Zum Beispiel von irgendeiner Namenskettenseite, was überhaupt nicht zum Blog passt (ganz davon abgesehen trage ich 1. kaum Schmuck und 2. finde ich Namensketten/-armbänder nicht so toll). Ich antworte auf sowas auch nie.

Auf manchen Blogs scheint es nur noch um Produktwerbung zu gehen. Da weiß ich nie, ob der Blogger die (positive) Meinung nur hat, weil er/sie das Produkt zum Testen/Bewerten bekommen hat oder ob die Meinung ehrlich ist. Wenn ich ein Buch als Rezensionsexemplar erhalte, und mir gefällt es nicht, fällt die Rezension entsprechend aus. Oft sehe ich (vor allem aus dem englischsprachigen Raum) Rezensionen, die Bücher (Rezensionsexemplare) in den Himmel loben. Wenn ich das Buch dann lese, kann ich den Enthusiasmus meistens weniger teilen.

19. Mai 2018 22:53

Hallo Anne,

da sucht man nach Neontrauma und landet beim Landleben. Scheint mir das ich wohl zu lange nicht mehr auf deinem Blog vorbeigeschaut habe…
Deine Beobachtung was „Komerzialisierung“ und „Werbung“ bei Blogs betrifft kann ich nur teilen. Früher war Werbung absolut verpönt, heute scheinen Kooperationen und Finanzielle erwägungen ein Hauptmotiv zu sein warum Mann/Frau einen Blog starten möchten..

Das ein Unternehmen denkt das sie wirklich „Authentizität vorgaukeln“ können bezweifele ich. Klar, das ist sicher ein netter Nebeneffekt, aber viel mehr denke ich das die Idee „Ich mache die Werbung da, wo die Zielgruppe sie interessiert wahrnimmt“ ausschlaggebend ist.

Seit Jahren denke ich das Affiliate-Links die einzig wirklich „angenehme“ Art ist seinen Blog zu finanzieren (wenn man das will oder muss). Gerade bei Buchreviews finde ich es absolut OK wenn man z. B. einen Affiliate-Amazon-Link setzt. Das mache ich auch wen ich Bücher vorstelle (was nicht so oft vorkommt). Klar man kann sich gegenüber Amazon sehr skeptisch zeigen und ich hatte schon heftige Gespräche mit befreunndeten Buchhändlern, das diese Firma die kleinen Buchläden kaputt macht. (Was vielleicht stimmen mag, aber nicht aufzuhalten ist). Im Endefeckt ist ein Affiliate-Link auch nur ein Angebot. Der Nutzer entscheidet selber ob er etwas kaufen möchte. Er hat keine Mehrkosten und der Blogger hat einen minimalen Vorteil. Ich unterstütze z. B. gerne den Fotoblog Kwerfeldein indem ich dessen affiliate Links nutze. Die bloggen als Beruf und sind auf solche Einnahmen angewiesen…

Kleiner Kommentar zum Thema Patreon (oder steady und co..) Eine Finanzierung über diese Plattformen funktioniert meiner Meinung nach nur in recht speziellen Fällen. Wenn deine Leser bereit sind etwas zu Zahlen (sprich ältere Zielgruppe) und die Inhalte so gut sind das sie wirklich viele Menschen erreichen/interessieren. Einige größere Podcast finanzieren sich ganz gut über diese Plattformen. Das soetwas bei deutschen Bloggern funktioniert ist mir neu…

Viele Liebe Grüße
Stephan

22. Mai 2018 13:17

Hallo Anne,
du sprichst mir aus der Seele! Geht mir ganz genauso, dass mich diese ständigen Werbebeiträge und Kooperationen (alleine schon das Wort wieder! Eine Webung ist keine Kooperation, sondern Werbung, fertig!) immer mehr nerven. Vor allem die grünen und Nachhaltigkeitsblogs, denen ich aus privatem wie beruflichem Interesse folge, kommen kaum mehr ohne aus – und verlieren damit für mich zunehmend an Glaubwürdigigkeit. Gleichzeitig stecke ich ja selbst in dem Dilemma fest, als Reisejournalistin und -bloggerin vorwiegend unterstütze Reisen zu machen, denn sonst könnte ich nicht so viel reisen, sehen und darüber berichten.
Liebe Grüße
Anke

Alltagsheldin
24. Mai 2018 20:53

Hm. Ja und Nein. Einerseits stimme ich Dir vollkommen zu, mich nervt Werbung zunehmend. Viele Blogs – auch und grad die „alten“ – habe ich rausgeschmissen und lese sie nicht mehr, weil da nur noch Werbung kommt. Oft auch nett ungekennzeichnet oder einfach falsch gekennzeichnet.
Letztens (2017 haha) hab ich mich so geärgert, als ich einen Artikel öffnete, der Muttertagsgeschenke vorstellte. Fand ich total toll, las ihn zu Ende und dann stand ganz unten etwas von wegen alle Produkte seien gesponsert. Dödöm. Authenzität? Nope. Kann mir einfach niemand erzählen.
Aaaandererseits freue ich mich über Kooperationen, die passen und mache sie. 2-3 im Jahr, momentan. Der Blog kostet Zeit, die ich woanders abknappse und ja, dann verdiene ich mit dem ein oder anderen Artikel gern etwas Geld dazu. Ich achte aber darauf, dass es wirklich passt. Früher hab ich dann auch mal ein Auto vorgestellt *Kopf -> Tisch*. Würde ich heute nicht mehr machen, weil das einfach überhaupt nicht passt. Zumindest nicht in der Form.

Ja. Kooperationen sind schwierig. Ich finde es einerseits legitim, wenn die Blogger Geld dazu verdienen/davon leben – wie auch immer -, andererseits sehe ich, dass die Blogger, die das als alleiniges Einkommen haben, oft über Dinge schreiben, die einfach überhaupt nicht passen. Blogger allgemein über Medikamente, Windelfrei-Leber über namenhafte Windelhersteller, Öko-Blogger über Plastikspielzeug – das sind so Ausschlusskriterien…
Aber im Grunde ist es auch ganz einfach: Jeder Blogger macht, wie er mag. Und wer das nicht lesen will, bleibt weg.
LG,
Tanja

Alexandra
25. Mai 2018 9:48

Ich muss mich als Leser eines Blogs noch ernst genommen fühlen und der Gesamteindruck muss immer noch authentisch sein, damit ich dem Blog nicht gleich entfolge. Wenn der Werbeinhalt dann noch kreativ verpackt ist, ist es okay für mich – natürlich nur, wenn gekennzeichnet ist 😉

27. Mai 2018 9:59

Liebe Anne,
ich finde, das hier ist ein ganzganzganz wichtiger Artikel und ich danke dir für das Schreiben und deine Gedanken dazu.
Ich selbst finde, es kommt sehr darauf an, in welchem Maße Kooperationen durchgeführt werden. Und aus welchem Zweck ich als Leserin einem Blog folge.
In meiner Liste habe ich unter anderem auch Fair-Fashion-Blogs, durch die ich gerne inspiriert werde (auch wenn ich natürlich nicht alles und nicht einmal einen Bruchteil der präsentierten Sachen nachkaufe) und bei denen ich es absolut okay finde, wenn sie ab und zu mit fairen Labels zusammenarbeiten. Dasselbe gilt für andere nachhaltige Blogs.
Was ich aber problematisch finde (du kennst es ja aus meinem aktuellen Beitrag) ist die Masse – die Masse an Werbebeiträge dabei ebenso wie das Auffordern zum Konsum, was natürlich gerade in der Nachhaltigkeits-Szene nicht so ganz zum eigentlichen Ideal passt.
Ich selbst führe gerne Kooperationen durch, wenn sie zu mir passen. Aber ich bin sehr sensibel, was die Häufigkeit anbelangt (schließlich nervt es mich auch total, wenn alles andauernd gesponsert ist) und natürlich auch, was das Zusammenpassen betrifft.
Da ich total gerne kreativ arbeite und das selbstverantwortliche Schreiben, Fotografieren und Aufbereiten liebe, kann ich es mir sogar vorstellen, vielleicht irgendwann davon zu leben – und dann sind Kooperationen eine wichtige Basis dafür. Erzwingen möchte ich das allerdings nicht (deswegen habe ich immer einen Nebenjob dabei, der Grundausgaben fixiert und außerdem studiere ich ja sowieso noch ein bisschen 😀 ) – aber ich habe den Eindruck, dass viele das im Moment tun: Geld auf Teufel komm raus aus dem „neuen“ Medium schlagen, solange es noch etwas abwirft. Und das finde ich schade. Denn da habe ich wirklich das Gefühl, verarscht zu werden.
Mir ist es wichtig, Geschichten zu erzählen. Und das nicht im Sinne von Media-Kit-reifem Storytelling, sondern immer.
Allerdings bin ich mir auch dessen bewusst, dass der Grat wirklich sehr schmal ist.
Soweit meine 10 Cent dazu. 😀

Liebe Grüße an dich!
Jenni

Das Jahr 2018 im Blog | vom Landleben
31. Dezember 2018 15:03

[…] Warum mich Kooperationen zunehmend nerven. […]

11. März 2019 22:38

Super Artikel. Und ich verstehe dich total. Ich stimme dir auch fast komplett zu. Allerdings wenn man als Blogger von seinem Blog leben „muss“, sowie ich aktuell. Dann sehe ich manche Dinge etwas anders:
1. frage ich immer noch die meisten meiner Kooperationen selbst an.
Das heißt, ich wollte die Produkte ohnehin kaufen.
2. Artikel die ich dann aber direkt Produkttest xyz nenne, werden weit weit weniger geklickt als Artikel mit Mehrwert. Ich versuche daher immer meine Werbung eben in eine Anekdote aus meinem Leben oder irgendwas mit Mehrwert einzubinden und das hat für mich (zumindest in meinem Fall) überhaupt nichts mit vorgegaukelter Authentizität zu tun, sondern schlichtweg mit Mehrwert für den Leser und somit auch der Unternehmen und somit schlussendlich für mich. Ich mag solche reinen Produkttest Artikel auch bei anderen überhaupt nicht. Ich lese gern noch etwas drumherum, wie kam es dazu dass der Blogger das Produkt gerne haben wollte usw.
3. und wie du sagst, ein Artikel wird dadurch, dass er gesponsert ist nicht automatisch schlecht. Im genauen Gegenteil wie ich finde. Oft steigt dadurch die Qualität, weil vielleicht nochmal jemand Kontrolle liest.
4. und du hast total recht, dass viele Artikel sicherlich ohne eine Kooperationsanfrage gar nicht geschrieben worden wären, aber auch das finde ich macht sie ja nicht schlechter. Wenn mir die DIY Anleitung total hilft, ist es mir eigentlich fast egal, ob der Blogger dafür Geld bekommen hat oder nicht.

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