Bloggen ist krass. Krass wirksam für deine Sichtbarkeit, krass hilfreich für dein persönliches Wachstum – und krass komplex.
Im heutigen Beitrag plaudere ich aus dem Nähkästchen über meine persönliche größte Herausforderung beim Bloggen, die mich trotz aller Erfahrung bisweilen immer noch fluchen lässt. Du erfährst, warum der gleiche Struggle so viele Menschen betrifft (dich auch?), und was dir helfen kann, wenn du deswegen mit dir und deinem Blog haderst.
Bei uns im Bloghexen-Bloggerforum stellen wir mit dem Bloggerschnack jeden Monat eine Frage in den Raum, die alle Teilnehmer auf ihrem Blog aufgreifen.
Diesmal geht es um unsere größte Herausforderung beim Bloggen und welche Strategien und Tipps wir für andere Blogger parat haben. Denn einer der schönsten Aspekte der Blogosphäre ist, dass wir uns unterstützen und uns gegenseitig helfen!
Meine größte Herausforderung: Zeit
Ich blogge ja schon echt ewig – mehr als die Hälfte meines Lebens. Logischerweise habe ich dabei im Laufe der Jahre wahnsinnig viel gelernt und mich weiterentwickelt, Routinen fürs Schreiben und die Workflows drumherum etabliert. Die Technik beherrsche ich aus dem Effeff. Viele der Fragezeichen und Mindfucks, mit denen ich mir beim Bloggen früher oft selber im Weg stand, haben sich längst in Luft aufgelöst.
Aber eine Sache hat sich nicht so einfach gegeben. Auch nach über 20 Jahren Blogerfahrung ist eine Herausforderung geblieben, und sie ist herzlich banal: Zeit.
So ein Blogartikel entsteht bei mir nicht zwischen Tür und Angel.
Ich schreibe, überarbeite, kürze, formuliere neu, recherchiere, setze Bilder ein, verwerfe Absätze wieder.
Das dauert. Und ja – manchmal durchaus mehrere Stunden.
An diesem Beitrag hier habe ich unterm Strich rund drei Stunden geschrieben, in zwei Etappen, weil zwischendrin das Leben 1.0 nach mir verlangte.
Das erzähle ich dir nicht, um dich abzuschrecken.
Sondern um dir zu versichern:
Wenn sich das Bloggen für dich zeitaufwendig anfühlt, machst du nichts falsch.
Viele glauben, „richtiges Bloggen“ müsse schnell gehen.
Einfach runterschreiben, veröffentlichen, fertig.
Dass man offensichtlich noch blutiger Anfänger ist, irgendetwas grandios falsch macht, kein Talent hat oder Schlimmeres, wenn es eben nicht so locker-flockig fluppt.
Aber weißt du was? Das ist Bullshit!
Klar, im Laufe der Zeit wirst du schneller werden beim Bloggen. Weil du mit jedem Beitrag deine Routinen entwickelst und verfestigst, weil dir die ganzen Abläufe allmählich vertraut werden und weil du irgendwann nicht mehr nachforschen musst, wie du denn jetzt einen Link einfügst, wie das nochmal war mit der optimalen Bildgröße oder wo genau du eigentlich einstellst, wie dein Beitrag in Google dargestellt wird.
Mit jedem veröffentlichten Artikel wirst du auch mehr Selbstvertrauen bekommen in dich und deine Schreibe – versprochen!
Aber das heißt nicht, dass du nie wieder an einem Absatz feilen wirst. Auch als erfahrener Blogger wirst du manchmal Tage oder sogar Wochen brauchen, um einen Beitrag endlich fertig zu bekommen. Selbst wenn dir die Worte noch so flüssig aus der Tastatur sprudeln – es braucht manchmal einfach seine Zeit, bis so ein Text fertig ist und er sich „rund“ anfühlt.
Bloggen ist halt keine Fließbandarbeit
Gutes Bloggen kostet nun mal Zeit – selbst dann, wenn man weiß, was man tut.
Klar, ich könnte meine Texte auch einfach schneller und mit weniger Korrekturschleifen runterschreiben und viel eher veröffentlichen. Das wären dann immer noch solide Beiträge. Ich kann durchaus in sehr kurzer Zeit sehr viel Text produzieren (zum Leidwesen der Lehrer, die damals meine Klausuren lesen mussten 😀 ).
Aber möglichst schnell zu schreiben entspricht nicht dem, warum ich blogge. Mir geht es dabei nicht nur um das fertige „Produkt“, also den Beitrag, sondern auch um den Prozess.
So ähnlich wie beim Töpfern entsteht aus einem rohen Gedankenklumpen nach und nach eine Form, etwas Fertiges. Ich reflektiere beim Schreiben ganz viel, suche die richtigen Worte für das, was ich ausdrücken will.
Das ist für mich beim Bloggen nochmal etwas ganz anderes als beim Journaling, denn im Blog möchte ich ja so formulieren, dass auch andere Leser meine Gedankengänge nachvollziehen können.
Wenn ich Anleitungen schreibe oder Hintergrundinfos miteinflechte, dann recherchiere ich dazu natürlich auch. Das nimmt ebenfalls Zeit in Anspruch und manchmal falle ich dabei, neugierig wie ich bin, in epische Rabbitholes und lese mich fest. 😀
Auch das ist etwas, was ich am Bloggen liebe und definitiv nicht missen will.
Bloggen ist halt keine Fließbandarbeit und deswegen wünsche ich dir von Herzen, dass du den Entstehungsprozess deiner Beiträge bewusst genießen kannst, ohne dich unter Druck zu setzen.
Aber Hand auf’s Herz, manchmal nervt es mich trotzdem, dass Beiträge nicht mit einem Fingerschnippen fertig sind. 😀
Beispielsweise war ich im Juni letzten Jahres im Frankreichurlaub und wollte eigentlich jedes der Ausflugsziele, die ich mir dort angeschaut habe, in einem Artikel drüben auf meinem anderen Blog Lieblingsalltag vorstellen. Eigentlich wollte ich diese Artikelserie bis spätestens im Herbst abgefrühstückt haben. Uneigentlich habe ich bis jetzt gerade mal zwei Örtchen geschafft.
Für das Bearbeiten der Fotos, das Recherchieren von Hintergrundinfos und das Schreiben selber muss ich pro Beitrag pi mal Daumen sechs Stunden veranschlagen… und das sind ja nicht die einzigen Beiträge, die ich schreiben will. Örx.
Aber das ist okay. Mein Tag hat (leider!) nur 24 Stunden, bisweilen sind andere Dinge einfach wichtiger und letztlich dauert das Bloggen halt so lange, wie es nunmal dauert.
Wenn Zeitmangel nicht nur ein Zeitproblem ist
Kommt dir das mit der lieben Zeit bekannt vor?
Manchmal ist es halt auch so, dass „zu wenig Zeit zum Bloggen“ eigentlich gar kein organisatorisches Problem ist… sondern dass eine fiese innere Bremse dahintersteckt. Das erlebe ich im Gespräch mit Kund:innen ganz häufig, gerade bei denen, die sich mit dem Bloggen noch nicht ganz sicher fühlen und den nächsten Artikel dann regelmäßig immer weiter vor sich herschieben auf „wenn ich Zeit habe“ – also bis zum Wochenende, zum Urlaub, zum… Sanktnimmerleinstag.
Das eigentliche Problem ist da oft gar nicht ein voller Kalender, sondern dass sich das Bloggen innerlich wahnsinnig schwer anfühlt, wie eine XXL-Aufgabe.
Gerade wenn du noch nicht lange bloggst – oder dein Blog (noch) kein klares Ziel hat – ist das völlig normal. Denn dann sitzt du nicht nur vor einer leeren Seite, sondern auch vor ganz vielen offenen Fragen im Kopf. Allem voran: „Über was soll ich eigentlich schreiben…?“
So eine Ideenlosigkeit ist kein persönliches Versagen, kein Zeichen von fehlender Kreativität. Auch kein Beweis dafür, dass du „nicht fürs Bloggen gemacht“ bist.
Oft fehlt einfach ein klarer Blick auf die eigenen Themen; auf das, was du ohnehin schon weißt, erlebst und weitergeben könntest. Wenn dir dieser Überblick fehlt, kostet dich jeder einzelne Blogartikel überproportional viel Kraft. Dann entpuppt sich der vermeintliche Zeitmangel eigentlich als Überforderung.
Aus genau diesen Gesprächen ist mein Onlinekurs Ideenzauber entstanden.
Nicht, weil ich glaube, dass jemand Zeitmangel als „faule Ausrede“ vorschiebt.
Sondern weil ich immer wieder sehe, wie erleichternd es ist, wenn jemandem plötzlich klar wird:
- Mensch, ich habe ja mehr Themen, als ich dachte!
- Da gibt es ja ganz viel, was meine Leser / Kund:innen tatsächlich interessiert und worauf ich Resonanz bekomme!
Mit dem Ideenzauber helfe ich dir dabei, Blogthemen zu finden, die zu dir passen, ganz gleich, ob du einen persönlichen Blog führst oder ob das Bloggen dein Business unterstützt – ohne Druck, ohne stundenlanges Grübeln.
Damit Bloggen nicht noch ein weiterer Punkt auf deiner To-do-Liste ist, sondern etwas, das sich wieder machbar anfühlt und das dir wieder Freude bereitet. 💖
Die Beiträge der anderen Teilnehmer findest du hier im Forenthread verlinkt. Mitgemacht haben bereits Anja und Sari.
Und du? Was ist deine größte Herausforderung beim Bloggen?


2 Kommentare
Das mit dem Zeitmangel ist gar nicht so abwegig… Wenn man, wie ich überall seine Finger drin haben muss (Hier: Technik/ Reparaturen/Wie funktioniert eigentlich?) ist das mit dem Bloggen manchmal schwierig. Man probiert etwas und es gelingt, oder eben nicht- der Kopf ist dann bei der Bastelarbeit und nicht frei um gute Fotos zu machen. So habe ich neulich einen Winkelschleifer repariert, mit etlichen Hürden- gern hätte ich das gezeigt- aber ich war so hibbelig- keine Fotos gemacht und die Schrotteile weggeworfen. Hinterher hab ich mich dann geärgert. Aber ohne den Schrott hätte ich nicht zeigen können. wie man das Nadellager da ausbaut, ohne es zu verbiegen/ zerstören.
Das kenne ich bei Bastelprojekten – wenn ich die halt des Bauens wegen in Angriff nehme und nicht explizit mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass ich daraus später halt auch einen Blogartikel machen will. Dann vergesse ich das Fotografieren der einzelnen Zwischenschritte auch.