Welche Seiten braucht deine Webseite?

Welche Seiten braucht deine Webseite?

Du baust gerade deine erste Webseite – oder planst es zumindest – und fragst dich, was da eigentlich alles drauf muss oder sollte?

Verständlich. Das Internet ist voll von Ratschlägen, die sich widersprechen, deine Mitbewerber handhaben das ganz unterschiedlich und irgendwann weißt du nicht mehr, ob du jetzt einen Blog brauchst, ein Portfolio, eine FAQ-Seite, eine Über-mich-Seite oder doch lieber erstmal alles zusammen auf einer einzigen Seite. 🤯

Kurze Antwort: Du brauchst nicht viel, gerade am Anfang.
Aber was du brauchst, solltest du wirklich vernünftig befüllen. In diesem Beitrag erfährst du, wie das geht!

Diese Seiten braucht jede Webseite

Unabhängig davon, ob du ein persönliches Blog betreibst oder eine Webseite für dein Business: es gibt ein paar Seiten, die du auf jeden Fall haben solltest. Nämlich die, nach denen deine Besucher definitiv Ausschau halten!

Ein kleiner Hinweis: „Webseite“ bzw. englisch „Website“ umfasst alle Seiten deines Webauftritts. Die einzelnen Seiten innerhalb deiner Webseite werden manchmal auch als „Unterseiten“ bezeichnet.

Die Startseite

Logisch, irgendeine Seite bekommen deine Besucher zuerst zu Gesicht. Diese Startseite ist der erste Eindruck, den jemand von dir, deiner Webseite und deinem Angebot bekommt. Jemand landet dort und fragt sich innerhalb von Sekunden: Bin ich hier richtig? Interessiert mich das? Hilft mir das hier weiter?!

Deine Startseite muss deshalb ganz klar beantworten: Was machst du, für wen bzw. bei welchem Problem, und was ist der nächste Schritt?

Erschlag die Leute hier bitte nicht mit einem ellenlangen Willkommenstext, einer Abhandlung über deine Geschäftsphilosophie oder mit deiner ganzen Lebensgeschichte. Das wäre an dieser Stelle viel zu langatmig!
Die allermeisten Menschen überfliegen eine Startseite nämlich erstmal nur und scannen ruckzuck, ob sie bleiben oder sich wieder wegklicken – Hand aufs Herz, das kennst du bestimmt von dir selber, oder? Auf uns prasseln jeden Tag so viele Informationen ein, dass wir uns längst nicht mehr die Zeit nehmen können, alles ganz genau und in Ruhe durchzulesen. Das gilt auch für Webseiten.

Aber heißt das, dass du dir deswegen gar nicht so viel Mühe geben musst mit der Startseite, wenn das ja eh kaum jemand aufmerksam liest? Im Gegenteil!

Wenn die Startseite nicht kristallklar ist, verspielst du ganz viele Chancen. Du musst hier in einigen wenigen Augenblicken informieren und bestenfalls überzeugen. Deine Besucher wollen halt wissen: was habe ich davon, wenn ich bleibe?

Mach deswegen in ein, zwei Sätzen klar, wer du bist und was du anbietest. Von der Länge her sollte das gar nicht viel Inhalt sein, aber der muss wasserdicht sitzen! Weiterführende Infos kannst du über einen Link oder Button erreichbar machen.

Denn wenn deine Startseite es geschafft hat, dass sich deine Besucher nicht gleich wieder wegklicken, hat sie eine wichtige zweite Aufgabe: es ihnen so einfach wie möglich machen, zu bleiben. Sprich, die nächste Unterseite aufzurufen und sich weiter mit dir und deinem Angebot zu beschäftigen.

Falls du schon regelmäßig bloggst, zeig gerne deine aktuellsten Blogartikel weiter unten auf der Startseite an. Dadurch sehen deine Besucher direkt, dass du aktiv bist und sich auf deiner Seite etwas tut – und natürlich laden Blogbeiträge wunderbar zum Aufrufen und Weiterlesen ein.

Über-Seite

Wer auf der Startseite feststellt, grundsätzlich richtig zu sein und neugierig wird, der will als nächstes wissen, mit wem er es zu tun hat! Daher ist die „Über mich“-Seite essentiell wichtig, nicht nur für Hobbyblogs, sondern auch und gerade für Business-Webseiten.

Ich beobachte hier häufig eine ganz spannende Lücke: Soloselbstständige stellen sich oft richtig gut vor, große Firmen ebenfalls. Bei KMU aber, also kleinen und mittleren Unternehmen, sind solche Infos oft Fehlanzeige. 😯

Die „Über“-Seite ist die meistunterschätzte Seite – und gleichzeitig oft die meistbesuchte. Denn bevor ich bei jemandem buche oder kaufe, will ich natürlich wissen, wem ich da mein Geld anvertraue und inwiefern diese Person qualifiziert ist. Auch bei Blogartikeln möchte ich gern mehr erfahren über die Person hinter dem Text, da bin ich neugierig!

Hier darfst du deine Persönlichkeit zeigen. Nicht im Sinne von „mein Lebenslauf von der Grundschule bis heute“, sondern: Wer bist du, warum machst du das, was du machst – und warum sollte die Person, die gerade auf deiner Seite ist, dir vertrauen? Hier hilft alles, was zeigt, wie du tickst und mit welchen Menschen du am besten arbeitest.
Je persönlicher dein Angebot ist, desto mehr versuchen deine Kunden heruszufinden, ob die Chemie zwischen euch stimmen könnte. Wenn du beispielsweise beratend tätig bist, ist das also noch viel wichtiger, als wenn du handgefertigte Möbel verkaufst.

Echte Fotos von dir, gern auch bei der Arbeit, helfen übrigens enorm! Menschen kaufen von Menschen, nicht von Logos oder Stockphotos.

Leistungen / Angebot

Was genau bietest du an? Das klingt banal, aber erstaunlich viele Webseiten lassen ihre Besucher im Unklaren darüber, was genau sie eigentlich buchen oder kaufen könnten und wie das funktioniert. Du bist beispielsweise Coach? Prima. Aber für welche Bereiche genau, in welchen Lebenssituationen kannst du weiterhelfen? Vermeide hier Allgemeinplätze wie „für mehr innere Ruhe“ – das ist nicht konkret genug.
Wie laufen die Sessions mit dir ab, sind das einmalige Workshops oder regelmäßige Gespräche? Vor Ort oder auch über Video?

Du musst hier keine Preisliste veröffentlichen, wenn du das nicht willst. Aber ein klares Bild davon, was du anbietest, für wen das passt und wie der Ablauf ungefähr aussieht, das sollte da stehen. Denn das ist es, was deine potentiellen Kunden brauchen, um Vertrauen aufbauen zu können und zu entscheiden, ob ihr matcht.

Je nachdem, was du anbietest, können deine „Über mich“-Seite oder die Angebotsseite auch gleichzeitig als Portfolio und Aushängeschild deines Könnens fungieren. Beispielsweise kannst du als Künstler oder Handwerkerin einige Bilder deiner Werke einbinden, um den Text aufzulockern.

Es ist übrigens super sinnvoll, dich bei der Vorstellung von dir und deinem Business auf diese zwei Seiten – „Über mich“ und „Angebot“ – zu konzentrieren und die Informationen nicht auf ein halbes Dutzend Unterseiten zu verteilen. Denn je mehr Seiten du hast, desto mehr Klicks brauchen deine Besucher – und im Zweifelsfall klicken sie einfach gar nicht und sehen die Hälfte nicht. Nutz lieber Zwischenüberschriften, um verschiedene Aspekte aufzugreifen.

Kontakt

Das Thema Kontakt klingt selbstverständlich, wird aber ganz schön oft vergessen oder so gut versteckt, dass nur Sherlock Holmes eine Chance hat. 🕵️‍♀️ Deine Kontaktmöglichkeiten müssen leicht auffindbar sein – am besten direkt im Hauptmenü und / oder im Fußbereich deiner Seite.
An thematisch passenden Stellen kannst du auch im Inhalt immer mal wieder einen Kontaktbutton platzieren!

Brauchst du eine eigene Kontaktseite? – It depends.
Wenn du ein Ladengeschäft hast, rate ich dir unbedingt dazu, denn dann möchten deine Kunden wissen, wie sie zu dir finden. Je besser du sie informierst, desto einfacher machst du es ihnen.
Hier bietet sich eine Karte an, vielleicht auch ein Foto vom Eingangsbereich deines Geschäfts sowie Infos zu deinen Öffnungszeiten, zu den Parkmöglichkeiten und zur Barrierefreiheit.

Wenn du nur online arbeitest, reicht auch deine Emailadresse oder Telefonnummer im Fußbereich deiner Webseite.

Du benötigst nicht zwingend ein Kontaktformular, eine simple E-Mail-Adresse tut es auch. Falls du ein Kontaktformular verwenden möchtest, mach es so einfach auszufüllen wie möglich. Denn mehr als einen Namen, eine E-Mail-Adresse und natürlich das Textfeld brauchst du in der Regel nicht. Je mehr Angaben jemand hier machen muss, desto umständlicher und potentiell abschreckender wird es – wenn ich irgendwo unverbindlich etwas anfrage, will ich nicht meine volle Anschrift, die Telefonnummer und den Geburtstag der Katze angeben müssen.

Die Pflicht per Gesetz: Impressum und Datenschutz

Einige Seiten sind gesetzlich verpflichtend, die benötigst du also auf jeden Fall.
Bitte beachte, dass ich dir hier keine Rechtsberatung bieten kann – ich gebe an dich weiter, was meines Wissens nach vorgeschrieben ist. Im Zweifelsfall lass dich bitte selber rechtlich beraten.

Impressum

In Deutschland brauchst du ein Impressum auf deiner Webseite, in dem du deinen Namen, eine ladungsfähige Adresse sowie Kontaktmöglichkeiten angibst. Wenn du von Zuhause arbeitest und nicht deine Privatadresse veröffentlichen möchtest, kannst du auch einen Dienst nutzen, der dir eine ladungsfähige Anschrift zur Verfügung stellt, bspw. CoWorking-Spaces oder Online-Anbieter. Damit habe ich aber keine Erfahrungen und kann nicht beurteilen, welche Anbieter seriös sind.

Das Impressum muss von jeder Seite deiner Webseite aus leicht erreichbar sein. Du darfst es also nicht irgendwo ganz verschachtelt im Menü verstecken. Am besten verlinkst du es daher am Fußende deiner Seite, das ist eine gängige Praxis.

Tipp: Nutz für die Erstellung am besten einen Impressum-Generator wie den von e-recht24.de. Das ist kein Rechtsberatungsersatz, aber ein sehr solider Startpunkt.

Datenschutzerklärung

Deine Datenschutzerklärung erklärt, welche Daten du sammelst (bzw. deine Tools sammeln), warum, und was die Besucher dagegen tun können.

Was hier typischerweise relevant ist: Kontaktformulare und Kommentarmöglichkeiten (du verarbeitest personenbezogene Daten), Webanalyse-Tools wie Google Analytics oder Matomo, Newsletter-Tools, eingebettete Social-Media-Inhalte und natürlich Cookies.

Auch hier: Generatoren wie der von Complianz (als WordPress-Plugin) oder e-recht24 helfen dir dabei. Lass die Datenschutzerklärung aber regelmäßig checken, wenn du neue Tools einsetzt – sie muss immer aktuell bleiben.

Je nach Angebot: Diese Seiten können sinnvoll sein

Jetzt weißt du schon mal, welche Seiten du auf jeden Fall haben solltest. Je nachdem, wie dein Business ausschaut und was du erreichen möchtest, können einige weitere Seiten ebenfalls hilfreich sein.

AGB (Allgemeine Geschäftsbedingungen)

AGB sind in Deutschland für die meisten Dienstleister:innen nicht gesetzlich verpflichtend – du kannst auch ohne sie verkaufen und Aufträge annehmen. Aber sie schützen dich. Denn ohne AGB greifen im Streitfall die gesetzlichen Regelungen, die nicht immer zu deinen Gunsten ausfallen.

In deinen AGB kannst du Themen wie die Zahlungsbedingungen, Widerrufsrecht, Stornierungen, Haftungsausschluss und das Urheberrecht an deiner Arbeit regeln.

Wie gesagt, ich kann hier keine Rechtsberatung bieten. Lass dich von einem Profi beraten oder nutze professionelle Vorlagen wie den AGB-Generator von e-recht24.

Blog

Ein Blog ist keine Pflicht, aber er ist das beste SEO-Werkzeug, das du als Selbstständige:r hast. Über Suchbegriffe und Fragen, die deine Wunschkund:innen in Google, ChatGPT & Co. eingeben, kannst du gefunden werden – und zwar langfristig, nicht nur solange du für Werbung zahlst!
In Blogeinträgen kannst du deine Expertise zeigen und auch, wie du über Dinge denkst. Du wirst sichtbar mit deiner Stimme und deiner Haltung!

Warum Bloggen im KI-Zeitalter wichtiger ist als je zuvor

Wenn du dir vorstellen kannst, regelmäßig (nicht täglich – auch monatlich reicht) über Themen zu schreiben, die deine Zielgruppe interessieren, dann lohnt sich ein Blog. Wenn allein der Gedanke ans Bloggen dich gerade schon erschöpft: lass ihn erst mal weg und geh das später an. Lieber gar keine Blogrubrik als eine mit drei Artikeln aus 2021.

FAQ

Eine FAQ-Seite mit häufig gestellten Fragen macht Sinn, wenn du merkst, dass in Erstgesprächen immer wieder dieselben Fragen aufkommen. Sie spart dir Zeit und nimmt potentiellen Kund:innen Unsicherheit – das ist eine gute Kombination. Auch Suchmaschinen und KI-Bots lieben FAQ-Listen!

Kurz zusammengefasst

Die absolute Grundausstattung für eine professionelle Webseite als Soloselbstständige:

  • Startseite – wer du bist, was du machst, für wen
  • Über mich – damit die Menschen dich kennenlernen und dir vertrauen
  • Leistungen – was du konkret anbietest
  • Kontakt – wie man dich erreicht
  • Impressum – gesetzlich verpflichtend
  • Datenschutzerklärung – gesetzlich verpflichtend

Und je nach Situation dazu:

  • AGB – sinnvoll, sobald du Aufträge annimmst oder Produkte verkaufst
  • Blog – wenn du langfristig über Suchmaschinen & LLM gefunden werden willst
  • FAQ – wenn du immer wieder dieselben Fragen bekommst

Du musst das nicht alles auf einmal perfekt haben. Done is better than perfect! Eine schlanke Webseite mit den richtigen Unterseiten ist besser als eine super komplexe Webseite, bei der niemand durchblickt.


Du willst, dass jemand mit dir zusammen schaut, welche Seiten du brauchst und wie deine Webseite individuell aufgebaut sein sollte? Dann vereinbar gern ein kostenloses Erstgespräch mit mir!

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