KI & Bloggen: das Internet braucht dich!

KI & Bloggen: das Internet braucht dich!

Dass Bloggen angeblich tot ist, haben wir in den letzten Jahren schon x-mal gehört. Da Totgesagte aber bekanntlich länger leben, sind wir immer noch aktiv – und wir müssen es unbedingt bleiben! Nicht nur für uns selbst und unsere Sichtbarkeit, sondern weil das Internet sonst in eine ungute Richtung driftet:

Einer der Grundpfeiler des Internets ist ja, dass hier jede und jeder Inhalte veröffentlichen kann. Ohne Verlag im Rücken, ohne Budget, ohne die richtigen Connections. Egal ob es „nur“ eine private Hobbywebseite ist oder eine Plattform, über die Leute sich verbinden können, oder ob da eine Geschäftsidee reift und wächst und irgendwann vielleicht Hunderte von Mitarbeitern ernährt. Webseiten machen all das möglich. Das ist verdammt großartig und alles andere als selbstverständlich!

Gerade aber läuft etwas gewaltig schief. Nicht wegen der Technologie an sich. Sondern wegen des Kreislaufs, in den wir alle gerade hineinschlittern – durch unseren Umgang mit KI.

Von KI-Kotze und einem kaputten Kreislauf

KIs wie ChatGPT, Gemini, Perplexity und wie sie nicht alle heißen können ja nur deswegen so erfolgreich existieren, weil sie mit menschengemachten Inhalten trainiert wurden. Mit Milliarden von Texten und Bildern, die – unter rechtlich oft fragwürdigen Umständen – von nimmersatten Systemen aufgesogen und verdaut wurden, damit die KI so gut wird, wie sie ist.

Jetzt erzeugen diese KIs selber Inhalte. Sie kotzen und kacken also quasi das aus, was sie vorher gefressen haben. Teilweise verdaut, in anderer Farbe und Konsistenz. Sorry für die unappetitliche Metapher. 😀

Das Problem an 🤮 und 💩 ist halt, dass sie weitaus weniger lecker sind als die Mahlzeiten, die sie mal waren. AI Slop – zu deutsch KI-Matsche – ist längst ein gängiger Begriff. Unmengen schrottiger Inhalte, die Social Media und Webseiten überfluten. Auf den ersten Blick sind sie noch gefällig, auf den zweiten oft aber irgendwie leer, weird oder schlichtweg inhaltlich falsch. Man merkt es einem Text an, wenn er von einer KI verfasst wurde, ohne dass ein Mensch für den Feinschliff gesorgt hat.

Und das Rad dreht sich weiter: Im nächsten Schritt ernähren sich die KIs von ihren eigenen Ausscheidungen. Shit in, shit out – und dieser Shit wird dann wieder gegessen.
Du siehst, wo das endet…?

Vor einigen Monaten habe ich ja schon mal darüber geschrieben, warum ich glaube, dass Bloggen im KI-Zeitalter wichtiger ist als je zuvor – nämlich weil KI nur das wiedergeben kann, was schon da ist, und weil sie dich nicht kennt: nicht deine Stimme, deine Erfahrung, deine Haltung. Egal wie gut wir eine KI trainieren und wie genau die Prompts formuliert sind – am Ende generiert sie nur einen Abklatsch.

Das sehe ich weiterhin so. Aber inzwischen treibt mich noch ein anderer Gedanke um. Nämlich: Was ist eigentlich unsere Rolle in diesem kaputten Kreislauf? Und was passiert, wenn wir frustriert aufgeben und das Bloggen an den Nagel hängen?

Judith Peters hat das KI-Dilemma dieser Tage in ihrem lesenswerten Artikel „KI für Blogger 2026: Chance oder Gefahr?“ sehr differenziert beleuchtet – die Chancen, die KI für uns Blogger ehrlicherweise ja mitbringt, aber auch die konkreten Gefahren: AI Overviews, wegen derer unsere Klickzahlen einbrechen, KI-Bots, die unsere Server verlangsamen, und der schleichende Verlust der eigenen Stimme, wenn man sich zu sehr auf KI verlässt. Falls du den Beitrag noch nicht gelesen hast: unbedingt nachholen!

Also: wenn der Anteil KI-generierter Inhalte im Internet immer weiter steigt, wenn die KIs mit ihren eigenen Erzeugnissen trainiert werden und die Qualität immer weiter abnimmt, wenn Blogger wie du und ich irgendwann aufgeben würden, weil wir dagegen gefühlt nicht ankommen – was würde dann passieren? Mit uns persönlich als kreativen Menschen, als Mitlesende auf anderen Blogs, als ganz normale Internetnutzer – als Menschheit?

Was tust du, das KI nicht tut?

Was machst du, wenn du einen Artikel schreibst? Was machst du dabei anders als eine KI? – Du nimmst einzigartige, individuelle Rohstoffe – deine Erfahrungen, dein Wissen, deine Perspektive, die Fehler, die du drei Mal gemacht hast, bevor du verstanden hast warum – und verwandelst sie in etwas Neues. In etwas, das andere lesen, aus dem sie lernen, was sie inspiriert und auf Basis dessen sie wiederum etwas Neues entstehen lassen.
Dieser kreative Prozess in Kombination mit echten Erlebnissen und Emotionen ist so viel mehr als ein bloßes Reproduzieren aufgrund von Wahrscheinlichkeiten!

Das kann keine KI leisten.

Eine KI kann Texte und Bildstile kombinieren, Strukturen imitieren, Formulierungen variieren. Aber sie hat keine echten Erfahrungen. Sie hat keine Meinung, die aus einem gelebtem Leben stammt. Sie fühlt nichts. Sie weiß nicht, was es bedeutet, auf die Nase zu fallen und dadurch etwas zu verstehen, das vorher partout nicht *klick* gemacht hat.

Du weißt das. Du hast deine Erfahrungen, deine Ideen, deine Haltung. Und wenn du darüber schreibst, entsteht etwas, das keine KI der Welt erzeugen kann: deine echte, menschliche Stimme. Vielfalt. Genau das, wovon das Internet lebt – und wovon es bei der aktuellen Entwicklung immer weniger hat.

In meinem Artikel Warum Bloggen im KI-Zeitalter wichtiger ist als je zuvor habe ich geschrieben:

Warum sollte ich noch bloggen, wenn die KI das längst übernehmen kann?

Die Antwort ist ziemlich einfach – und gleichzeitig der Grund, warum Blogs gerade jetzt wieder an Bedeutung gewinnen:
Weil KI nur das wiedergeben kann, was es schon gibt.
Und weil sie dich nicht kennt – deine Stimme, deine Erfahrung, deine Haltung.

Wenn du nicht sichtbar bist, dich nicht zeigst, dann findet dich keine Suchmaschine, keine KI und kein Mensch. Denn nur wer Spuren im Netz hinterlässt, existiert auch in der Wissenswelt von morgen. Bloggen ist also nicht altmodisch – es ist deine digitale Daseinsberechtigung.

Genau deswegen gilt mehr denn je:


Wer heute bloggt, sichert sich Sichtbarkeit von morgen.

Aber es geht nicht nur um dich und deine Sichtbarkeit.
Es steht viel, viel mehr auf dem Spiel!

Was passiert, wenn wir Blogger aufhören

Meine Klickzahlen brechen seit einer Weile krass ein, auf beiden Blogs. AI Overviews reichen vielen Menschen halt, die etwas googeln – sie klicken die Quellen gar nicht mehr an, landen gar nicht mehr auf den Webseiten. Das ist verdammt frustrierend, weil ohne unseren Content die KIs diese Fragen ja gar nicht beantworten könnten. Wir sind quasi Ghostwriter und kriegen dafür – nüscht. Kein Geld, keine Klicks.

Gleichzeitig entstehen KI-generierte Inhalte in einer Menge und Geschwindigkeit, die kein Mensch alleine schafft. Das kann wahnsinnig entmutigend sein, gerade für Fachblogs.

Und trotzdem glaube ich, dass Aufhören keine Option ist! Wenn wir Blogger und Content Creator die Flinte ins Korn werfen, bleibt ja nur noch KI-Matsche übrig. Keine echten Stimmen, keine Vielfalt.

Ich finde KI ja auch nicht per se schlecht. Im Gegenteil, ich arbeite selber viel mit Claude – KI kann ein unglaublich großartiges Werkzeug sein, wenn wir es richtig einsetzen. Um einen Gedankengang zu hinterfragen, als Sparringpartner zu fungieren, Stichworte in ein Rohgerüst zu verwandeln, das ich dann mit meiner Stimme fülle, repetitive Aufgaben loszuwerden, die mich von dem abhalten, was mich wirklich interessiert.

Was ich aber nicht von der KI erledigen lasse: den eigentlichen Artikel. Was ich ausdrücken will, was ich denke. Meine Haltung. Das, was nur ich aus meiner Erfahrung heraus schreiben kann. Meine Zweifel und Unsicherheiten, die in anderen Köpfen genauso herumspuken und die eine Daseinsberechtigung bekommen, wenn man darüber schreibt und spricht und sieht, dass es anderen auch so geht. Alles, wo es menschelt.
Das muss ich selbst einwerfen – das ist mein Part in diesem Kreislauf.

Und es ist so verdammt wichtig, dass es das gibt, das wir weiterhin genau solche Inhalte veröffentlichen! Unsere Blogs sind ein Teil des Ökosystems Internet. Was du schreibst, nährt es und macht es vielfältiger. Was du weglässt, fehlt. Und das merken wir alle früher oder später.

Wenn das Internet von KI-generierten Inhalten dominiert wird, wird es hohl und langweilig. Kleine Webseiten werden weniger Chancen haben und damit reihenweise verschwinden, so ähnlich wie nach der DSGVO-Krise vor einigen Jahren. Und das macht das Internet dröge und kahl und wir verbauen uns selber die Chancen, die Webseiten und Blogs als Medium bieten.

Ich will nach Stichworten suchen und vielfältige Erfahrungen dazu lesen können. Ich will sehen, wie jemand ein Projekt wirklich umgesetzt hat, inklusive aller Rückschläge und Learnings, und nicht nur die glattpolierte theoretische Anleitung dazu bekommen. Ich will Wortspiele lesen, bei denen jemand beim Aufschreiben genauso gekichert hat wie ich beim Lesen. Ich will Fotos sehen von echten Menschen und nicht nur von makellosen Avataren umgeben sein.
Ich will nicht in einem Internet leben, das nur noch generische, immer gleich klingende Inhalte ausspuckt!

Also blogge ich weiter. Weil jeder einzelne Beitrag das Internet echter und bunter macht. 💛🧡❤️💜🩷

Was ist mir dir?

Was denkst du?

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Das könnte dich auch interessieren:

KI & Bloggen: das Internet braucht dich!

KI & Bloggen: das Internet braucht dich!

Dass Bloggen angeblich tot ist, haben wir in den letzten Jahren schon x-mal gehört. Da Totgesagte aber bekanntlich länger leben, sind wir immer noch aktiv – und wir müssen es unbedingt bleiben! Nicht nur für uns selbst und unsere Sichtbarkeit, sondern weil das Internet sonst in eine ungute Richtung driftet:

Welche Seiten braucht deine Webseite?

Welche Seiten braucht deine Webseite?

Du baust gerade deine erste Webseite – oder planst es zumindest – und fragst dich, was da eigentlich alles drauf muss oder sollte?